Arbeitslager

 

Zwischen 1939-1945 gab es verschiedene Arbeitslager, deren Insassen nicht nur beim Bau des U-Boot-Sektionsbunkers “Hornisse“

beschäftigt waren, u.a auf Bootswerften in Grambke, auf dem Verschiebebahnhof der Reichsbahn, der Weser-Flugzeugbau Flugzeugwerke,

der AG-Weser Werft und in anderen Hafenbetrieben.

 

Das Lager Haaslop


 

Das Arbeitslager Haaslop wurde bereits 1938 von einem Gastwirt eingerichtet. Es befand sich an der Grambkermoorer Landstraße.

1939 wurde die ehemalige Kegelbahn von der Norddeutschen Hütte als Lager mitbenutzt. Etwa 175 Arbeiter, 91 aus Russland, 63 aus der

Ukraine und 15 aus Polen, wohnten in diesem Lager. Das Lager war vermutlich nicht eingezäunt, wurde aber bewacht.

Nach einem Bombenangriff im Juni 1944, bei der das Lager beschädigt wurde, wurden die Arbeiter in ein Lager nahe der NDH verbracht.

 

Das Lager Oslebshauser Heerstraße


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Das Lager Trotha


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Das Lager Tirpitz


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Das Lager Humannstraße


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Das Lager Graf Spee


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Das Lager Debstedter Straße


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Das Lager Morgenlandstraße


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Das Lager Schützenhof


Im Lager Schützenhof unweit der AG Weser wurden ab Dezember 1944 etwa 650 Juden gefangen gehalten, die aus dem Lager Blumenthal

dorthin verlegt worden waren. In den letzten Kriegswochen sank wegen Materialmangels der Bedarf an Arbeitskräften, und ein Teil der

Zwangsarbeiter musste Aufräumarbeiten in der Stadt leisten. Am 25.März 1945 lebten noch 582 Insassen, nachdem über 200 Gefangene

durch Erschöpfung und Unterernährung ums Leben gekommen waren.

 

Das NDH Werkslager


Karte der Lager.

Luftaufnahme der alten Baracken.

Plan des NDH Lagers.

3D Nachbau des NDH Lagers.

Verwaltungsgebäude des NDH Lagers.

 

Auswärtige Arbeiter waren vor dem 1.Weltkrieg bereits in Unterkünften mit Dreibettzimmern im Kantinengebäude der NDH untergebracht.

Später entstanden 3 Wellblechbaracken "Kaserne". Vor 1935 stand die "Kaserne" weitergehend leer. Zwischen 1935 und 1939 füllten sich die

Baracken mit 161 Arbeitern, erst Normalarbeitern und später Dienstverpflichteten, 110 aus Deutschland und 51 aus dem Ausland. Dieses Lager

wurde nicht eingezäunt, da das gesamte Gelände der NDH eingezäunt und bewacht wurde. Kosten und Miete wurden direkt vom Lohn abgezogen.

In der Werkskantine konnten die Arbeiter essen. Wegen des Zustromes von Arbeitern wurden weitere Holzbaracken neben dem Kantinengebäude

errichtet. Diese Baracken wurden 1943 als "Gefolgschaftsunterkünfte 1-7" bezeichnet. Jeder dieser Unterkünfte besaß einen Waschraum und eine

Toilette, sowie jeweils einen Raum mit einem Einzel- und Doppelstockbett. Sie waren für polnische und ukrainische Arbeiter bestimmt. Tische,

Stühle, Gaskocher und Kleiderschränke waren mit inbegriffen. Weitere Planungen sahen den Bau der Unterkünfte 9-12 mit 216 Betten vor, die aber

keine Sanitären Anlagen beinhalteten. Dafür wurden separate Waschbaracken auf dem Gelände errichtet. Statt drei bis vier Personen pro Raum waren

bis zum Ende des Krieges die Räume mit bis zu 18 Mann belegt. Die Leitung der NDH teilte dem Reichsministerium für Bewaffnung und Munition

mit, dass es nicht möglich und zumutbar sei, so viele Menschen in einem Raum unterzubringen, doch die kümmerten sich nicht darum.

 

Das Lager Osterort

 

Karte der Lager.

 

Das Lager Osterort war der Nachfolger des Lagers Neuenland und übernahm alle Gefangenen. Seine Baracken befanden sich auf dem

späteren Firmengelände der Norddeutsche Hütte AG. Lagerleiter war wie in Neuenland Hugo Benedict. Wie zuvor im alten Lager mussten die

meisten Häftlinge beim Bau des U-Bootbunkers "Hornisse" mithelfen. 50 der 1.000 Insassen wurden jedoch einem eigenen Arbeitskommando

zugeordnet. Sie wurden am Hochofen der Norddeutsche Hütte AG eingesetzt. Dieses Kommando hieß "Schlackenkippe". Sie mussten, wie der

Name schon sagt, die Schlacke, die bei der Stahlerzeugung angefallen war und sich im Inneren der Hochöfen abgesetzt hatte, entfernen.

Die Zwangsarbeiter mussten zum Teil in die noch heißen Hochöfen klettern und die Schlacke entfernen.

 

Das Lager Neuenland


 

Das Lager Neuenland auf dem Gelände des Stahlwerks bestand als Außenlager des KZs Neuengammes vom 16. August bis zum 28. November 1944.

Die Bezeichnung ist irreführend, da Neuenland normalerweise die Gegend um den Bremer Flughafen beschreibt. Lagerleiter war der

SS-Obersturmführer Hugo Benedict. Die etwa 1.000 französischen und sowjetischen Kriegsgefangenen mussten hauptsächlich bei der

AG Weser Luftschutzarbeiten verrichten. Nachdem wegen Treibstoffmangels auf den Transport mit LKW verzichtet wurde, mussten die

Zwangsarbeiter den knapp fünf Kilometer langen Weg zu den Arbeitsstätten zunächst zu Fuß zurück legen. Weil dies zu zeitaufwändig war,

wurde das Lager Neuenland geräumt. Die Gefangenen wurden in das neue Lager Osterort verlegt.

 

Das Lager Rießpott

 

Karte der Lager.

 

Das Lager Rießpott befand sich weserabwärts in einer Bauernlandschaft und ist 1932 im Rahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes errichtet worden.

Es bestand aus einer Anzahl von Holzbaracken, die von der Weserflug Gesellschaft erbaut wurden und in deren Besitz war. Einrichtungen kamen

von der Organisation Todt. Die Nazis nutzten das Lager später, um Jugendliche im Nationalsozialistischen Sinne zu beeinflussen.

Nach der Machtergreifung sperrten sie dort dann politische Gefangene ein, bevor man sie weiter in die Moorlager ins Emsland transportierte.

Otto Hoffmann, Direktor der Norddeutschen Hütte versicherte, dass die Arbeiter nach der Bombardierung des Ostarbeiterlagers in Farge das

Lager Rießpott gelangten, in dem sich auch Männer aus anderen Betrieben befanden.

 

Plan des Lagers Rießpott.

3D Nachbau des Lagers.

Lagerstandort 1945.

Zerstörte Baracke 1945.

Genutzte Baracke nach dem Krieg

Abriss des ehemaligen Lagers für den Aufbau des Hochofens 1 und 2 1955.

 

Strafmaßnahmen und die Strafabteilung "Klein Farge"

 

Apellstehen auf dem Lagergelände.

Ehemalige Nazis beim besichtigen eines KZ Lagers.

 

Bis zum Ende des Krieges wurden Arbeiter aus den Lagern der NDH bei Verstößen in das Arbeitserziehungslager Farge eingewiesen und dort

bis zu 56 Tage bei kleiner Ration eingesperrt. Die Arbeiter von der NDH mussten sogar beim Bau des U-Boot-Bunkers "Valentin"

mithelfen. Zurückgekehrt konnte kaum jemand die Arbeit in der NDH wieder aufnehmen. Viele waren wochenlang in Krankenhäusern und

Lazaretten untergebracht. Anfang 1945 wurde die Strafabteilung "Klein Farge" eingerichtet. Da sich die NDH nicht erlauben konnte,

Arbeitskräfte zu verlieren wurden die sog "Arbeitsbummelanten" auf dem Gelände der NDH zu nutzlosen Arbeiten gezwungen.


Übersichtskarte der Lager zwischen Grambke und Walle.

 

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