Bauplanung Hornisse

 

Wegen der zunehmenden Luftangriffe der Alliierten auf Deutschland wollte man die U-Boote, die traditionell auf Werften gebaut wurden,

in riesigen geschützten Bunkeranlagen fertigen lassen. Darum begann man im Sommer 1943 eine Bunkeranlage zu planen, die für den

langfristigen- und serienmäßigen bau von U-Boot-Sektionen des U-Boot-Typs XXI ausgelegt war. In dieser Konzeption ist für die AG-Weser

zunächst der U-Boot-Sektionsbunker "Weser I" geplant worden. Hierfür beabsichtigte man im Industriehafen das Becken von Hafen F mit

einem Bunker von rund 160 X 110 Meter zu überbauen. Die Anlage sollte zunächst über sechs, später vier geschützte Liegeplätze verfügen.

Weiterführende Planungen sahen einen zweiten Bauabschnitt vor, in dem Trockenbauplätze mit 8 bzw. 16 Helgen für die geschützte Fertigung

eingerichtet werden sollten.


Bunker Weser I in der Gesamtansicht.

Bunker Weser I mit seinen Trockendocks.

Blick in ein Trockendoch wie es vlt. ausgesehen hätte.

 

In Abstimmung mit der Organisation Todt (OT) und der Marinebaudirektion entschied man sich aber im Sommer 1944, das halbfertige Baudock

der AG-Weser einfach zu verbunkern. Verschiedene Entwürfe des U-Boot-Sektionsbunkers wurden ausgearbeitet. Letztlich entschied man

sich für den Entwurf eines 3 Stufenbunkers. Dieser soll nicht nur die Sektionen fertigen, sondern auch vom Einsatz beschädigte U-Boote

wieder instandsetzen. Das Projekt "Weser I" wurde dann in "Hornisse" unbenannt. Der 370 Meter lange und 65 Meter breite

U-Boot-Sektionsbunker "Hornisse" sollte aus 4 Teilen bestehen. Im ersten Teil sollte eine zweigeschossige Werkstatt entstehen. Dort sollten

untergebracht werden: Schiffbauwerkstatt, Werkzeugschmiede, Tischlerei, Schlosserei, Anlagen zur Produktion von Azetylen und Sauerstoff

usw. Für die Stromversorgung war im Inneren des Bunkers ein Kraftwerk mit Schiffsmotoren geplant.


Plan des U-Boot Bunkers Hornisse.

 

Im zweiten Teil sollte die Produktion der U-Boot-Sektionen 3, 5 und 6 erfolgen. Über eine Sektionseinfahrt sollten die sog. Rohlinge angeliefert

und auf zwei Takstraßen ausgebaut werden, um danach auf dem Wasserweg mit Binnenschiffen oder Schuten zum

U-Boot-Montagebunker "Valentin" transportiert zu werden. Pro Monat sollten insgesamt 42 U-Boot-Sektionen, also je 14 Stück der

U-Boot-Sektion 4-5 und 6 produziert werden. Die Sektionen 1, 2, 4, 7 und 8 sollten dann im U-Boot-Sektionsbunker "Wespe" und "Fink"

produziert werden. Im dritten Teil befindet sich die Reparaturhalle. Dort sollten die beschädigten U-Boote gewartet und zeitlich immer wieder

modernisiert werden. Um in die Reparaturabteilung zu kommen, mussten die U-Boote zunächst die Schleuse passieren, die sich am Ende des

Bunkers befindet. Der Schleusenbereich sollte jeweils durch ein Schleusentor und ein Schutztor gegen Bomben geschützt werden. Auch hier

hätten Wartungsarbeiten an U-Booten durchgeführt werden können. Die Wandstärken lagen beim U-Boot-Fertigungsbunker "Valentin"

bei 4,5 m. Sie sollten aber bis auf 7 m erweitert werden. Beim U-Boot-Sektionsbunker "Hornisse" dagegen war eine Wandstärke von 3 Meter

ausreichend, da die Produktion der Sektionen sozusagen untertage stattfand und die Hauptwände des ehemaligen Baudocks nur einer

Stärke von 3 m hatten.


Fertigungsreihe für den Bau des Typs XXI.

 

Bei der Fertigung der Bunkerdecke war es notwendig, eine zusätzliche Stützwand längs des Bunkers einzuziehen, um die Bunkerdecke zu

stabilisieren. So entsanden zwei Kammern im Bunkerinneren. Im Frühjahr 1944 lagerten hier zahlreiche schwere Druckluft-Senkkästen, die im

Baudock gefertigt worden waren. Mit Beton aufgefüllt und mit Druckluftpressen angehoben, verwendete man sie nun als Mittelwandpfeiler.

Auf den Kästen erfolgte dann der Bau der Mittelwand. Als diese an der richtigen Position fest standen wurden die ersten 3 m hohen

Spannbetonträger auf den Seiten- und Mittelwände gesetzt und stückweise mit Beton ausgegossen. Diese wurden auf einer Fertigungsplattform

im Industriehafen, etwa 200 m entfernt hergestellt. Zwischen den Spannbetonträgern wurden sog. Doppel T-Profile (50X50X50) eingefügt,

um der Deckenkonstruktion mehr Halt zu geben. Im nächsten Arbeitsschritt sollte dann eine 1,5 Meter dicke Betonschicht mit einer

massiven Eisenbewehrung folgen, sodass eine Deckenstärke von 4,5 Meter entstand. Vermutlich sollte auch hier die Deckenstärke erhöht werden.


Lageplan aller Betriebsstätten.

 

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