Baustop

 

Am 27.- und 30.März 1945 wurde die Baustelle "Valentin" Ziel eines Präzisionsangriffes der Alliierten. 10 t schwere Fliegerbomben

"Grand Slams" genannt durchschlugen die bis zu 7 m dicke Bunkerdecke. Andere Bomben beschädigten Baustelleneinrichtungen.

Am 30.März 1945 ist auch das Hafengebiet in Bremen-Gröpelingen Ziel eines schweren Luftangriffs. Durch die Bombeneinschläge wurden

zahlreiche U-Boote vom Typ XXI auf den Helgen beschädigt. Neun von ihnen gingen im Werfthafen unter. Eines wurde nur leicht beschädigt.


Der U-Boot Bunker Valentin Anfang April 1945.

 

Mehrere 0,5 t Bomben detonierten auf der Bunkerdecke des U-Boot-Sektionsbunkers "Hornisse", sie haben die Bunkerdecke nicht durchschlagen,

aber in eine Kraterlandschaft verwandelt. Eine 2,5 t schwere Fliegerbombe schlug an der Ecke der Südwand ein riesiges Stück (ca.120 t)

aus der Bunkerdecke. Der Bunkerkomplex war zu diesem Zeitpunkt zu etwa 25 % fertiggestellt worden. Verbaut wurden bis Kriegsende 1945

insgesamt 195 Spannbetonträger mit einer Stützweite von 28.85 m mit einem Gewicht von jeweils 47 t und 366 Doppel T-Profile mit einer Stützweite

von nur 14,75 m mit einem Gewicht von jeweils 27,25 t. Die Doppel-T-Profile (14,75 m) wurden zusammengenietet, sodass eine Stützweite

von 29,5 m erreicht wurde. Warum dies so gemacht wurde ist nicht bekannt.


U-Boote vom Typ XXI auf den AG Weser Helgen 1945.

 

Der größte Teil der Baustelleneinrichtungen war von den Bomben verschont geblieben, nur die Holzbaracken wurden durch die Druckwelle

der einschlagenden Bomben beschädigt oder zerstört. Nur durch Zufall wurde niemand aus dem Kommando getötet. Nur ein Soldat und Zehn

Häftlinge, die auf der AG-Weser Werft beschäftigt waren, wurden durch Bomben tödlich getroffen.


Bunkerdecke des Bunkers Hornisse 1945.

 

Am 1.April 1945 wurden die Bauarbeiten am U-Boot-Fertigungsbunker "Valentin" aufgegeben. Er ist zu etwa 90 % fertiggestellt worden.

Am 6.April 1945 wurden auch die Bauarbeiten am U-Boot-Sektions- und Reparaturbunker "Hornisse" aufgegeben. Am 11. Mai 1945 drangen

englische Verbände in Bremen ein und besetzten alle Werften und Bunkeranlagen. Auf der AG Weser wurden die U-Boote vom Typ XXI,

die auf den Helgen lagen, sichergestellt. Der USSBS (United States Strategic Bombing Survey) wusste seit dem ersten Spatenstich vom Projekt

"Valentin". Seit Baubeginn machten britische Aufklärer detaillierte Luftaufnahmen von der Baustelle "Valentin". Doch von der Baustelle

"Hornisse" war dem USSBS nichts bekannt. Erst nach der Besetzung der AG-Weser Werft wurde dies bekannt.


Einschlag einer 10t Bombe auf das Dach des Bunkers Valentin.

 

Nachdem die Häftlinge des Kommandos "Hornisse" mit den Häftlingen des Kommandos "Valentin"gelegt worden waren, sollten sie mit

mehreren kleinen Güterzügen am 6. und am 7. April 1945 zur sog. "Sonderbehandlung" zum Konzentrationslager Bergen Belsen gebracht werden.

Eine Woche lang irrte der Zug durch Norddeutschland und erreichte am 13. April 1945 die Stadt Brillit, wo man sich der 169 auf dem

Transport verstorbenen entledigte. Die Überlebenden trieb man anschließend zufuß zum KZ-Auffanglager nach Sandbostel.


Soldaten stürmen die Stadt 1945.

 

Ein weiterer Todesmarsch bewegte sich in den Tagen vom 11. bis zum 14 April 1945 über Schwanewede, Meyenburg, Hagen und

Beverstedt zum KZ-Auffanglager nach Sandbostel. Wer nicht mehr laufen konnte, wurde von der SS sofort erschossen. Wer diese Strapazen

überstand, wurde mit Güterzügen zum KZ-Neuengamme gebracht. Von dort aus brachte man die Häftlinge aus dem KZ-Neuengamme und

dem KZ-Farge schließlich zur Ostsee wo man sie in Passagierschiffe, nähmlich die Cap Arcona, die Thielbeck und die Athen verfrachtete.

Nachdem die Schiffe abgelegt hatten, bombardierten englische Kampfflugzeuge die Cap Arcona, die Thielbeck und die Athen. Dass

sich auf diesen Schiffen etwa 7.500 KZ-Häftlinge befanden wusste niemand. Nur 458 Menschen überlebten diesen Angriff.


Der Todeszug.

 

Nach der Bsesetzung wurde von der amerikanischen U-Boot-Abteilung ein Team zur Untersuchung der Bunkerwerften in Bremen

zusammengestellt. Das Team Nr. 61. Es bestand aus den Personen:

 

Capt. R.H. Donelly Mil Führer

1st LT. G. Bannon Ordonanzoffizier

Mr. G. Babcook Teamchef

MR. S.D. Chrulew Ingenieur

Sgt. Fr. Posses Übersetzer

Sgt. S. Meibergen Übersetzer

Sgt. N. Aichholzer Fahrer des Kfz´s

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