Bis heute

 

Am 20. Mai 1945 wurden die Werften von den Alliierten wieder freigegeben. Wenig später begannen die Firmen unter Aufsicht der Alliierten,

ihre Firmenwerkstätten von der Bunkerbaustelle "Hornisse" zu entfernen.

 

Der Bunker 1945.

 

Am 29.5.1947 gab es mehrere Gespräche das Kap-Horn Areal komplett zu räumen und den Bunker zu sprengen und das Dock zu füllen. Da es aber einen Engpass an Kaianlagen für Binnenschiffe gab, setzte sich Prof. Dr Agatz bei der Civil Administration Office dafür ein, nur lediglich die Wände und die Decke zu sprengen und die Seitenwände zu erhalten und aus dem Dock ein Hafen für Binnenschiffe zu machen. Der gewonnene Stahl sollte für den Wideraufbau des Pier A der Getreideanlage und des Kraftwerkes in Hemelingen verwendet werden.


Schutt.

 

Die Bergung und die Demontage von ca. 1800-2500 t an Stahlteilen sollte vom Wasser aus erfolgen, dafür war ein Durchstich zur Weser notwendig, die von der Firma Leymann ausgeführt und am 30.9.1947 beendet wurden. Die Stahlteile sollten mithilfe eines Schwimmkranes und einer in den Seitenwänden gesprengten Auffahrrampe und einer Seilwinde an Land gezogen und anschließend demontiert werden.


Luftaufnahme 2009.

 

Am 30 Juni 1947 wurde die Firma Hermann Möller damit beauftragt, Sprengbohrungen in den Luftschacht und in einer ca 30 Meter langen Dehnungsfuge der Decke zu bohren. Am 1 Juli 1947 wurde der Luftschacht und ein Teil der Dehnungsfuge durch die Polizei gesprengt. Desweiteren wurden die schon fertigen, aber nicht bedachten Seiten und Mittelwände und die Ostwand, wodurch man heute in das Dock sehen kann gesprengt.


Bunker Südwand 2014.

 

Am 24.10.1947 kam es bei einer großen Sprengung zu großen Schäden. Das Tauchboot "Seeadler",

sowie das Kranschiff "M2" wurden bei der Sprengung versenkt. Desweiteren flogen große Betonstücke auf das Gelände der AG Weser und schlugen in der E-Werkstatt und in der Sauerstoff-Füllanlage im Dach ein. Das Sauerstoffwerk wurde ebenfalls schwer beschädigt, aber verletzt wurde zum Glück niemand. Die Sprengarbeiten wurden daraufhin abgebrochen und die Bunkerdecke blieb erhalten.


Das Bunkerdach.

 

Die Firma Philipp Holzmann transportierte das große Kieslager ab. Die Bremischen Baustoffwerke entfernten Moniereisen auf der Ostseite des Bunkers und die Trümmerverwertungsgesellschaft war damit beschäftigt das ganze Kap-Horn Areal aufzuräumen. Die trümmer wurden für den

Betonschutt wurde zerkleinert und für den Unterbau von Straßen verwendet. Am 20.7.1949 waren alle Räumungsarbeiten am Bunker und auf dem Kap-Horn Gelände erledigt. Die Firma Steffen Sohst, die die Räumungsarbeiten bis zum Schluss leitete, veröffentlichte einen Bericht. In diesem Bericht ergab sich, das sich die gesamten Räumungskosten auf 286.245.45 DM beliefen.


Das Verwaltungsgebäude.

 

1968, 21 Jahre nach der Fertigstellung der Räumungsarbeiten kaufte die Speditionsfirma Lexau Scharbau & Co. Den Bunker und das Areal um den Bunker und plante auf dem noch vorhanden Bunkerdach ein großes Bürogebäude zu errichten. Wenig später begann man damit, den Fertiggestellten Abschnitt der Bunkerdecke, der etwa 4.800 m² fasst, mit Beton einzuebnen und darauf ein 6-geschossiges Bürogebäude mit einer Auffahrt und einem Parkplatz zu errichten. Eine bessere Verwendung des Bunkers hätte es nie geben können, sagte der Senat in einem Zeitungsartikel der Bremer Nachrichten.


Die Bunkerdecke.

 

Ende der 1960er wurde das Areal am Werfthafen von der AG Weser gekauft um dort ein großes Plattenlager zu errichten. Der massive Hochbunker 50 musste für dieses Bauvorhaben weichen. Vermuttlich wurde der Hochbunker zwischen 1960 und 1964 abgerissen. Außerdem siedelten saich weitere Firmen rund um den Bunker an, so z.B die Fassfabrik Alfred Krogemann 1965.


Von der Bunkerdecke Richtung AG Weser.

 

1972 kaufte die Bremer Lagerhaus Gesellschaft das Kap-Horn Areal und errichtete dort einen riesigen Umschlaghafen für Automobile. Nun war das Gelände wieder vollständig und wirtschaftlich genutzt und rasch veränderte sich die Umgebung des Kap-Horn Hafens und der Bunker geriet zunehmens in vergessehnheit.


Der Bunker und das Verwaltungsgebäude 2014.

 

40 Jahre nach Kriegsende konnte oder wollte sich kaum noch jemand an die schreckliche Geschichte der Zwangsarbeiter in Bremen-Gröpelingen erinnern und die Geschichte des Kommandos "Hornisse" schien demnach in völlige Vergessenheit zu geraten, bis sich in den 1980er Jahren mehrere Kollegen der Klöcknerhütte (heute Arcelor-Mittal) zusammensetzten und Nachforschungen über das Kommando "Hornisse" anstellten. Eike Hemmer und Robert Milbradt recherchierten in Archiven und bei, befragen Kollegen der Klöcknerhütte und ehemalige Häftlinge aus dem Kommando "Hornisse". Wie auch beim U-Boot-Fertigungsbunker "Valentin" der seit den 1960ern von der Bundeswehr als Marinematerialdepot (Marinematerialdepot II, Teileinheit Wilhelmshaven) genutzt wird, wurde am Bunker "Hornisse" und beim ehemaligen Lager Rießpott 1983 jeweils eine Mahntafel errichtet.


Mahntafel. Errichtet 1983.

Bunker Hornisse:

"Hier sollte 1944/45 der U-Bootbunker "Hornisse" entstehen. Zur Erinnerung an das Leiden und Sterben der dabei eingesetzten Häftlinge aus den KZ-Außenlagern Rießpott, Schützenhof und Blumenthal wurde diese Mahntafel errichtet"


Blick in die Rechte Kammer des Bunkers.

Die Mittelwand.

Die Linke Kammer des Bunkers.

Die Südwand des Bunkers.

Das ist kein Bombeneinschlag!. Das ist das Ergebnis einer Missglückten Sprengung.

Blick in die linke Kammer des Bunkers.

Blick in das ehemalige Trockendock.

Der Einstieg zum Schacht.

Der Schacht Richtung Weser.

Blick aus dem Schacht.

Auf der Nordspitze des Bunkers auf der Wandsektion.

Der "Geheime" Schacht, der zum ehemaligen Luftschutzbunker führte.

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